Bauvorhaben der Lebenshilfe: Gegner kündigen Widerstand an

Das Bauvorhaben der Gemeinde und der Lebenshilfe im Haushamer Ortsteil Abwinkl hat die nächste Hürde genommen. Der Gemeinderat hat den Kauf der Grundstücke beschlossen. Die Gegner sind sauer.

 

Hausham – Nach dem Schlagabtausch beim Info-Abend im November im Alpengasthof Glück Auf ist es still geworden um das Bauvorhaben im Haushamer Ortsteil Abwinkl. Die Gegner des gemeinsamen Projekts der Gemeinde und der Lebenshilfe warteten gespannt auf die von Bürgermeister Jens Zangenfeind angekündigte, zweite Informationsveranstaltung. Doch dazu kam es bislang nicht. Derweil schaffte der Gemeinderat vor Weihnachten selbst Fakten. Wie jetzt bekannt wurde, hat das Gremium am 22. Dezember in nicht öffentlicher Sitzung den Kauf der insgesamt 24 000 Quadratmeter großen Grundstücke beschlossen. Wie berichtet, sollen hier 20 Wohnhäuser und das neue Haus Bambi entstehen.

 

Bürgermeister Jens Zangenfeind bestätigt den Kauf auf Nachfrage unserer Zeitung. „Der Gemeinderat wollte sich die Fläche sichern, weil sie wichtig für die Entwicklung der Gemeinde ist“, erklärt Zangenfeind. Weil sich auch andere Kaufinteressenten gemeldet hätten, wollte man die Vertragsunterzeichnung nicht noch länger hinauszögern.

 

Die Gegner, die sich mittlerweile im Landschaftsschutzverein Hausham organisiert haben, fühlen sich hingegen vor den Kopf gestoßen. „Für uns ist das eine sehr traurige Entwicklung“, sagt Zweiter Vorsitzender Wolfgang Greipl auf Nachfrage unserer Zeitung. Wie berichtet, hatten die Anwohner wiederholt auf ihre Angst vor einer Verkehrsüberlastung sowie einer durch die Flächenversiegelung erhöhten Hochwassergefahr hingewiesen. Bis heute haben sie dazu laut Greipl keine belastbaren Informationen erhalten. „Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben nicht erledigt“, sagt er.

 

Zangenfeind sieht das anders. Selbstverständlich habe man sich im Vorfeld bei den Fachplanern erkundigt, ob eine Bebauung verkehrs- und entwässerungstechnisch machbar sei. Das Ergebnis sei eindeutig: Sogar im heutigen Zustand könnte die Naturfreundestraße den zusätzlichen Verkehr aufnehmen, und auch ein Anschluss an das öffentliche Wasser- und Kanalnetz sei möglich. Diese Ergebnisse habe die Gemeinde auch dem Landschaftsschutzverein mitgeteilt. Darauf werde man sich aber nicht ausruhen, verspricht Zangenfeind. Voraussichtlich im Februar werde ein Ingenieurbüro ein Konzept für die Verbesserung der Naturfreundestraße präsentieren. Darin würden alle Anregungen und Bedenken der Anwohner berücksichtigt. „Wir wollen nicht nur, dass es funktioniert, sondern dass es gut wird“, sagt Zangenfeind.

 

Ein schwacher Trost für die Mitglieder des Landschaftsschutzvereins. Sie sind davon ausgegangen, dass eine Kaufentscheidung erst nach der Vorstellung der Gutachten erfolgt. „Man bekommt leider das Gefühl, dass es nicht wirklich um die ernsthafte Einflussnahme der Bürger geht, sondern um die oberflächliche Beruhigung bei gleichzeitig bereits gefällter Entscheidung unabhängig aller Einwände“, schreibt Vorsitzender Peter Weber in einem Brief an das Rathaus.

Der Bürgermeister setzt dagegen weiter auf konstruktive Gespräche mit den Gegnern. Noch sei der tatsächliche Umfang der Bebauung nicht in Stein gemeißelt. Der Landschaftsschutzverein will sich damit jedoch nicht zufrieden geben. Greipl kündigt an, man werde alle rechtlichen Möglichkeiten im Bauleitverfahren ausschöpfen. „Und auch ein Bürgerbegehren wird mit jedem Tag wahrscheinlicher.“

Quelle: https://www.merkur.de/lokales/region-miesbach/hausham-ort74880/bauvorhaben-lebenshilfe-in-hausham-gegner-kuendigen-widerstand-an-7374455.html

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