Peter Weber, Vorstand des Landschaftsschutzvereins übergibt mit Anja Benker und Roland Rubel 868 Unterschriften Rudi Randler, dem Geschäftsführer der Gemeinde Hausham. Foto: Georg Jackl

Geplantes Baugebiet Abwinkl – Landschaftsschutzverein übergibt  868 Unterschriften an die Gemeinde Hausham

33% mehr als erforderlich

 

Bürgerbegehren gegen das geplante Baugebiet Abwinkl war ein voller Erfolg.

 

Rund 650 Unterschriften wären erforderlich gewesen, um das Quorum eines Bürgerbegehrens in Hausham zu erreichen. Mit 868 Unterschriften erreichte der Landschaftsschutzverein weitaus mehr.

 

Hausham – Der Landschaftsschutzverein hat es sich auf seine Fahnen geschrieben, dem Wunsch seiner Mitglieder und einem großen Teil der Haushamer Bürger zu entsprechen. Nur, wo es vertretbar ist (Bebauungsplan Nr. 41), soll gebaut werden. Das geplante Baugebiet mit den Bebauungsplänen Nr. 42 und 43  ist nicht nur landschaftlich wertvoll, sondern auch unverhältnismäßig teuer, wenn die Bebauung tatsächlich realisiert werden würde.

 

„Wir wollen nicht, dass einheimische bauwillige Haushamer in eine Kostenfalle manövriert werden“, so die Vertreter des Vereins. „Wir wollen kein Baugebiet verhindern, sondern ein Baugebiet an einem besseren Standort –  sowohl für junge bauwillige Familien als auch für das Haus Bambi. Eine faire Alternative zu den Baugebieten mit den Bebauungsplänen Nr. 42 und 43 wurde bereits in unseren Flyern aufgezeigt.“

 

Die Unterschriftenlisten nahm Geschäftsführer der Gemeinde Hausham, Rudi Randler, im Rathaus entgegen. Als bedauerlich bezeichnet der Vorstand des Vereins, dass es dem Bürgermeister Jens Zangenfeind  in absehbarer Zeit nicht möglich ist, fünf Minuten aufzubringen, um das Bürgerbegehrensvotum persönlich entgegenzunehmen. „Dies spiegelt sein Interesse am Baugebiet Abwinkl wider. Korreliert wird dies auch dadurch, dass bei der Bürgermeisterwahl im März 2020 kein Gegenkandidat antritt - damit ist der Amtsinhaber nicht mehr auf die Haushamer Bürger angewiesen“, so der Vorstand des Landschaftsschutzvereins.


Überraschend war für den Verein, wie viele Unterstützungsunterschriften für das Bürgerbegehren sie erhalten haben – und das mit einem überschaubaren Einsatz und geringer Manpower. Dies zeigt, dass dieses Thema die Mehrzahl der Haushamer Bürger interessiert, egal ob unmittelbar betroffen oder nicht. Mit so einem robusten Mandat der Bürger im Rücken kann  der Verein zuversichtlich in die 2. Runde, den Bürgerentscheid, blicken.


 „Wir sind stolz auf das Ergebnis unseres Bürgerbegehrens und bedanken uns bei allen Haushamer Bürgern sowie bei den ortansässigen Geschäften, die uns, trotz Kaufboykottdrohungen zweier CSU Gemeinderäte, tatkräftig unterstützt haben und vertrauen auch auf das weitere Engagement aller Unterstützer für die Vorbereitungen des Bürgerentscheids“, fassten die Vertreter des Vereins bei der Übergabe der Unterschriftenliste zusammen.

Wir wollen kein Baugebiet verhindern, sondern wir wollen ein Baugebiet an einem besseren Standort!

Zur schönen Aussicht: Das Areal neben der Huberbergstraße in Hausham soll Bauland werden. © A. Leder

Wir fordern den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes "Egartenlandschaft um Miesbach" der Grundstücke der Gemarkung in Hausham:

 

  • Flurnummer 669/3 (Fläche Nr. 1)

 

  • Flurnummer 707/4, Bebauungsplan Nr. 41 „Wohnen für Familien am Huberspitzweg“ (Fläche Nr. 2) und

 

  • Flurnummer 703/0, Bebauungsplan Nr. 43
    "neues Haus Bambi" (Fläche Nr. 3) sowie
    Nr. 42 „Wohnen für Familien an der Huberbergstraße“ (Fläche Nr. 4)
Der Blick von oben: Die blauen Flächen sind aus dem Landschaftsschutzgebiet entnommen worden.

© Grafik: DAK

Begründung:

 

Georisiko: Hangrutschlage

 

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat folgende Stellungnahme zur Bauleitplanung, Flächennutzungsplan und 12. Änderung Bebauungsplan Nr. 43 „neues Haus Bambi“ an die Gemeinde Hausham abgegeben:

 

Auszug der Stellungnahme der LfU

Geogefahren

"Das Vorhaben liegt auf bzw. direkt unterhalb einer bekannten Rutschmasse, die als Georisk-Objekt beschrieben ist [...]

Dieser Bereich ist vorbehaltlich weiterer Informationen NICHT als stabil einzustufen [...]"

 

Lesen Sie weiter unter:

Hochwassergefährdetes Giebiet, Schlierach - Hausham

sowie Biotop-Zerstörung (Kartierung)

Zwischen der Huberbergstraße und dem Huberspitzweg befindet sich der "Schmotzbach", der in einem Biotop liegt. Dieser Bach ist ein äußerst wichtiges Laichhabitat für Forellen aus der Schlierach. Durch die teilweise Verrohrung des Baches wird dieses Biotop zerstört.

Außerdem dient das Ufergehölz mit verschiedenen Sträuchern und Bäumen als Brut- und Rückzugsmöglichkeit vieler Vogelarten.

Soll dies alles geopfert werden?

 

Ebenso schwerwiegend ist die Flächenversiegelung. Die Überschwemmungs-gefahr für die jetzigen Anwohner und die Unterlieger an der Schlierach wird massiv ansteigen und evtl. wieder Eingriffe in die Schlierach erfordern.

 

Auch die Entwässerung bereitet den Anwohnern Sorgen. Schon jetzt seien ihre Keller bei Starkregen ruck zuck voll. Zudem ist die Abwassersituation nach wie vor nicht gelöst. 

Bildquelle: geoportal.bayern.de

Noch mehr Verkehr durch ein Nadelöhr

 

Die markierten Gebäude (rot), siehe Bild unten, wurden in den letzten
20 Jahren neu gebaut.
Zusätzlich wurde eine ganze Reihe an öffentliche Einrichtungen (blau) mit erheblichem Verkehrsaufkommen in dem Gebiet z.T. neu gebaut oder neu angesiedelt.

 

Allein mit dem Neubau der Wohnanlage in der Naturfreundestraße mit 26 Wohneinheiten, merkt man bereits jetzt schon einen signifikanten Zuwachs an Verkehrsbewegungen!

 

Die Straßen sind gleich geblieben, wie vor 100 Jahren! Und sie können auch nicht erweitert werden. Alle zusätzlichen Anlieger müssen bisher schon die Schlierach- und/oder Naturfreundestraße (gelb) auf dem Hin- und Rückweg benutzen.

 

Der neue Bahnübergang wird durch das zusätzliche Verkehrsaufkommen des Neubaugebietes in Zukunft das Nadelöhr Haushams werden. Es ist heute schon völlig klar, dass er den Verkehrsströmen in keiner Weise gerecht werden kann. Logischerweise wird sich das Verkehrsaufkommen dadurch auch auf die angrenzenden Straßen verteilen!

 

Darum ist das geplante Baugebiet (grau) mit Ansiedlung der Lebenshilfe und somit einer geplanten, nochmaligen extremen Verkehrssteigerung in der Größe nicht annähernd zu bewältigen.

Ein Baugebiet für Einheimische sei begrüßenswert, das Vorhaben der Lebenshilfe umso mehr. Aber nicht an dieser Stelle. 

 

Rein verkehrstechnisch betrachtet sei das Haus Bambi ein mittelständischer Betrieb. Mit der Wohnbebauung kämen schnell ein paar Hundert Autos pro Tag zusammen; zu viel für die zahlreichen Engstellen in den Straßen.

 

Zudem sei die Schrankensituation am Bahnübergang nach wie vor ungeklärt. Dies bedeutet: Enormer Rückstau u.a. in der Naturfreundestraße.

 

Vom Verkehr wären 1500 bis 2000 Leute betroffen.

 

Während der Bauphase, die sich voraussichtlich über mehrere Jahre erstrecken wird, werden viele Tausend LKW-Fahrten für das Neubaugebiet benötigt.

 

Das gesamte Umfeld wird einer nicht zu bewältigenden verkehrlichen Belastung ausgesetzt. Außerdem wird dies auch zur erhöhten Immissionen durch Luftschadstoffe und Lärm führen.

Ausführliche Begründung.pdf
PDF-Dokument [635.2 KB]
Weitere Fragen an die Gemeinde Hausham zu den geplanten Bebauungsgebieten - Bebauungsplan
Nr. 2 - Nr. 41 „Wohnen für Familien am Huberspitzweg“,
Nr. 3 - Nr. 43 "neues Haus Bambi" und
Nr. 4 - Nr. 42 „Wohnen für Familien an der Huberbergstraße“

Stand: Mai 2019
Fragen an die Gemeinde.pdf
PDF-Dokument [174.9 KB]
Gelbes Blatt, 25.01.2020
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